Herzliche Einladung zur Abschlussveranstaltung

Zur Abschlussveranstaltung des Denkwerkprojekts "Sprachliche Heterogenität (Französisch): Ego-Dokumente im Ersten Weltkrieg" am 9. November 2017 sind alle am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler, ihre Familien, Lehrer und alle am Projekt Interessierten sehr herzlich eingeladen. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Neuen Aula der Universität Heidelberg.

Auf die Spuren der Straßburger Bevölkerung zur Zeit des Ersten Weltkriegs…

…begaben sich zum Abschluss des Schuljahres 2016/17 am 17. Juli 2017 insgesamt 64 Schülerinnen und Schüler des Bunsen-Gymasiums Heidelberg und des Ottheinrich Gymnasiums Wiesloch.

Der Tag bestand für die vier Klassen mit ihren Lehrern Sophia Gierok, Ellen Dupeyrix, Joachim Schwefel, Sabrina Dowie und Alexander Acker aus drei verschiedenen Höhepunkten:

Zunächst hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Archives départementales du Bas-Rhin zu besuchen, in denen alle aus dem Département Bas-Rhin stammenden, offiziellen sowie zum Teil auch privaten schriftlichen Dokumente aufbewahrt werden. Während einer einstündigen Führung durch das Gebäude durften sie originale Dokumente (einzelne Briefe und Postkarten sowie eine Schulchronik aus dem Nachbarort Straßburgs) aus der Zeit des Ersten Weltkriegs in Augenschein nehmen.

In einem zweiten Teil bearbeiteten die Schüler und Schülerinnen selbst in Kleingruppen Briefe des Soldaten Paul Braun, einen Teil des Kriegstagebuchs des Soldaten Mayzaud, Ausschnitte des Tagebuchs der aus Straßburg stammenden Frau Marte Salomon sowie einen Teil des Tagebuchs des Soldaten Émile Garnier. Ziel dieser Arbeit war vor allem, anhand der Aufzeichnungen der genannten Personen einen erweiterten Einblick in den Kriegsalltag der Bevölkerung zu erhalten.

Schließlich machten sich alle Klassen in kleinen Gruppen im Rahmen einer Stadtrallye in Straßburg selbst auf die Suche nach Schauplätzen, denen eine besondere Bedeutung während des Krieges beigemessen wurde: das Lycée Fustel Coulanges, vor dessen Eingang 1914 der Kriegszustand ausgerufen wurde, das Palais Rohan, in dem sehr viel Mehl gelagert wurde, um die Versorgung der Straßburger Bevölkerung sicherstellen zu können, eine Schule, die als Kriegslazarett diente, der Place Kléber sowie das in den 30er Jahren errichtete Monument aux Morts am Place de la République.

Nicht nur für die begleiteten Lehrer und die drei Organisatoren der Exkursion, Prof. Dr. Sybille Große, Lena Sowada und Franziska Baumeister, sondern vor allem für die Schüler und Schülerinnen war die Exkursion – nach folgenden Meinungen zu urteilen - ein abwechslungsreicher und gelungener Tag:

„Die Archivbesichtigung war sehr spannend und lehrreich.“ (Schülerinnen der Klasse 10e des OHG)

„Das Archiv war beeindruckend.“ (Schüler der J1 des Bunsen-Gymnasiums)

„Der heutige Tag in Straßburg hat uns sehr viel Spaß gemacht. Besonders gefallen hat uns die Stadtrallye.“ (Schülerinnen der Klasse 8a des Bunsen-Gymnasiums)

„Wir haben historische Orte besucht und Straßburgs Flair genossen.“ (Schüler der J1 des Bunsen-Gymnasiums)

Besuch der Archives départementales du Bas-Rhin

Arbeitsphase in den Archives

Stadtrallye

Besuch der Kinderbuchautorin Géraldine Elschner im Bunsen-Gymnasium

Am 4. Juli 2017 besuchte – wie im vergangenen Jahr auch – die deutsch-französische Kinderbuchautorin Géraldine Elschner den bilingualen Geschichtsunterricht der 8. Klasse des Bunsen-Gymnasiums. Neben ihrer eigenen Familiengeschichte berichtete sie erneut vor allem von ihrer Arbeit als Schriftstellerin. Dabei brachte sie sehr deutlich zum Ausdruck, dass sie sich als Enkelin eines Großvaters, der während des Ersten Weltkriegs auf Seiten der französischen Armee kämpfte, sowie eines Großvaters auf Seiten der deutschen Armee, als „enfant de paix“ sieht. Diese eigene Herkunft verarbeitet sie in ihren zahlreichen Werken unter anderem dadurch, dass sie immer wieder den Frieden nach dem Ersten Weltkrieg in den Vordergrund stellt. Weitere Informationen zu Géraldine Elschner und ihrrer schriftstellerischen Arbeit finden sich auf ihrer Homepage

Kick-off 2017 aus Sicht der Schülerinnen und Schüler des OHG

Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse des OHG Wiesloch (Geschichte/Französisch bei Alexander Acker) haben für die Homepage ihrer Schule von der diesjährigen Kick-off-Veranstaltung am 21. Februar 2017 berichtet. Der vollständige Artikel ist hier zu lesen. 

Start des zweiten Denkwerk-Jahres

Nach einer Kick-Off-Veranstaltung ist die zweite Phase des Denkwerk-Projekts „Sprachliche Heterogenität: Ego-Dokumente im Ersten Weltkrieg“ nun offiziell eröffnet. Wie ihre Vorgänger auch fanden drei Kurse des Bunsen-Gymnasiums Heidelberg sowie ein Kurs des Ottheinrich-Gymnasiums Wiesloch mit ihren Lehrern Alexander Acker, Sabrina Dowie, Joachim Schwefel, Ellen Dupeyrix und Sophia Gierok am 20. Februar 2017 den Weg in die Universität Heidelberg.

Empfangen wurden sie dort von Prof. Dr. Sybille Große, ihrer Doktorandin Lena Sowada sowie ihrer studentischen Hilfskraft Franziska Baumeister, die den rund 80 Schülerinnen und Schülern nach einer kurzen Vorstellung anhand eindrucksvoller, authentischer Postkarten und Tagebuchsauszüge des Soldaten Auguste Jeandon Lust auf das Projekt und die bevorstehenden Veranstaltungen machten. In der Arbeitsphase nach einer Stärkung in der Mensa der Universität hatten alle Schüler und Schülerinnen dann nämlich die Möglichkeit, selbst in Kleingruppen Ego-Dokumente des Soldaten sowie seiner Familie zu transliterieren und auf unterschiedlichste Weise zu untersuchen. Ein Teil der an diesem Nachmittag erarbeiteten Ergebnisse wurde von den Gruppen vor Ort präsentiert; ein anderer Teil wird hier auf diesem Blog veröffentlicht werden.

Nicht nur die am Projekt beteiligten Wissenschaftler, sondern auch die Lehrer und vor allem ihre Schüler freuten sich über diesen gelungenen Auftakt und sind, wie sich in den "Stimmen" der Schüler selbst zeigt, gespannt auf die bevorstehenden Veranstaltungen:

"Das Kickofftreffen war ein lehrreicher und interessenweckender Einstieg zum Projekt "Denkwerk". Der zu Beginn gehaltene Vortrag war für die Schüler/inner aufschlussreich. Zudem war die darauffolgende Gruppenarbeit - nach einem erholsamen Mittagessen in der Mensa - informativ und fesselnd, sodass man sich weiter mit dem Thema auseinandersetzen wollte." (J1 Kurs Geschichte bilingual des Bunsen-Gymnasiums Heidelberg)

FB

 

Präsentation der Ergebnisse

Gruppe 6

Diese Übersicht wurde im Rahmen der Kick-off-Veranstaltung am 20. Februar 2017 von Schülerinnen und Schülern der Klasse 8a des Bunsen Gymnasiums erstellt.
Primärquelle: Archives municipales Nancy: Fonds „Auguste Jeandon“ 100_Num_134.

Gruppe 7

Diese Übersicht wurde im Rahmen der Kick-off-Veranstaltung am 20. Februar 2017 von Schülerinnen und Schülern der Klasse 8a des Bunsen Gymnasiums erstellt.
Primärquelle: Archives municipales Nancy: Fonds „Auguste Jeandon“ 100_Num_134.

Gruppe 8

Diese Übersicht wurde im Rahmen der Kick-off-Veranstaltung am 20. Februar 2017 von Schülerinnen und Schülern der Klasse 8a des Bunsen Gymnasiums erstellt.
Primärquelle: Archives municipales Nancy: Fonds „Auguste Jeandon“ 100_Num_134.

Abschluss des ersten Denkwerk-Jahres im Rahmen der Französischen Woche 2016

Den Abschluss und Höhepunkt des Denkwerk-Jahres 2015/16 bildete die Teilnahme mit einer Veranstaltung an der „Französischen Woche Heidelberg/Mannheim 2016“ am 19. Oktober 2016 im Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg.

Nach einer Eröffnung durch den Leiter der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Herrn Zumbaum-Tomasi sowie einer Begrüßung durch die Projektleiterin Prof. Dr. Sybille Große wurde das Publikum dazu eingeladen, in einem ersten Teil des Abends einen Blick auf die Posterausstellung zu werfen, die von Schülerinnen und Schülern der letztjährigen Klasse 8a des Bunsen-Gymnasiums im Rahmen des bilingualen Geschichtsunterrichts bei ihrer Lehrerin Sophia Gierok erstellt worden war. Den Gästen der Veranstaltung bot sich hier die Möglichkeit, thematisch in das Thema „La Grande Guerre“ einzutauchen. Nach einer intensiven Beschäftigung im Vorfeld mit den Schwerpunkten „Die großen Etappen des Ersten Weltkriegs und die Familie Grandemange“, „Waffen“, „Hinter der Front“, „Militärpost und Zensur“, „Das Leben in den Schützengräben“ und „Soldaten und Kriegsgefangene“ hatten die Schüler alle Informationen sowohl in französischer als auch in deutscher Sprache aufbereitet und sehr anschaulich auf Postern dargestellt.

Den zweiten Teil des Abends gestalteten zwei Schülergruppen der Jahrgangsstufen 2 des Ottheinrich-Gymnasiums Wiesloch unter der Leitung von Pia Keßler und Isabelle Bauer sowie des Bunsen-Gymnasiums angeleitet von Sabrina Dowie und Myriam Berger. Die Schüler stellten in szenischen Lesungen Auszüge aus verschiedenen Ego-Dokumenten vor: Die erste Gruppe inszenierte eine Lesung über den dramatischen Briefwechsel zwischen dem Soldaten Albert Frédéric Coudreau und seiner Ehefrau sowie seiner Tochter Marcelle. Den Abschluss bildete der sehr ergreifende Brief eines Kameraden an Alberts Ehefrau, in dem er den Tod seines Freundes mitteilt. Begleitet wurde die Gruppe musikalisch von zwei Gitarristen, die die bedrückende Stimmung, die vor allem im letzten Brief zum Ausdruck kommt, perfekt untermalten. Auch die zweite Schülergruppe der Jahrgangsstufe 2 hatte ein Dokument ausgewählt, das nicht minder ergreifend war. Auf sehr einfühlsame und ausdrucksstarke Weise trugen – immer im Wechsel – die elf komplett in schwarz gekleideten Schüler und Schülerinnen ausgewählte Tagebuchaufzeichnungen des sich in Kriegsgefangenschaft befindlichen Soldaten Léon Mayzaud vor und zogen damit alle Zuhörer in ihren Bann. So nahmen die Schülerinnen und Schüler das Publikum mit auf die Reise des verletzten Soldaten von Krankenlager zu Krankenlager aus Frankreich bis nach Deutschland.

Großer Beifall am Ende des Abends zeigte allen Beteiligten, dass ihnen eine beeindruckende Veranstaltung gelungen war, die das erste Projektjahr bestens abrundete. FB

Posterausstellung

Beispielposter

Die 12 Poster umfassende Ausstellung wurde im Rahmen von Schülerinnen und Schülern der Klasse 8a (Schuljahr 2015/16) im bilingualen Geschichtsunterricht bei Sophia Gierok erstellt. Beispielhaft sind hier zwei Poster zu den Themen "La vie dans les tranchées" und "Die großen Etappen des Ersten Weltkrieges und die Familie Grandemange" zu sehen.

Primärquellen
Archives municipales Nancy: Fonds „Auguste Jeandon“ 100_Num_134: 100_Num_134_001_007
Archives municipales Belfort: Fonds „Grandemange“ 32Z: alois-141230

Sekundärquellen
Adams, Simon (2014): La Première Guerre mondiale, Paris : Gallimard Jeunesse.
Beaumon, Émile / Sagnier, Christine (2003): La guerre : 1914 – 1918, Paris:Fleurus.
Billioud, Jean-Michel (22014): La Première Guerre mondiale, Paris: Nathan.
Blasius, Rainer (2016): „Von der Knochenmühle zum Beinhaus“, http://www.faz.net/aktuell/politik/der-erste-weltkrieg/schlacht-von-verdun-von-der-knochenmuehle-zum-beinhaus-14090056.html, letzte Nutzung : 04/08/2016.
Lambin, Jean-Michel (Éd.) (2007): Histoire 1re ES/L/S, Vanves: Hachette Éducation.
Ledu, Stéphanie (2014): La Première Guerre mondiale, Toulouse: Milan.
Martin, Florent: „La poste pendant la Première Guerre mondiale“, http://histoirepostale.com/histoire/La_poste_pendant_la_premiere_guerre_mondiale.htm, letzte Nutzung: 23/06/2016.

Szenische Lesung

Herzliche Einladung zu unserer Veranstaltung während der Französischen Woche

Exkursion in die Archives départementales du Bas-Rhin

Zum Abschluss des Schuljahres 2015/16 und damit zum Ende der ersten Phase des durch die Robert-Bosch-Stiftung geförderten Denkwerk-Projekts „Sprachlichte Heterogenität: Ego-Dokumente im Ersten Weltkrieg“ fuhren alle beteiligten Schüler und Schülerinnen und ihre Lehrkräfte des Bunsen-Gymnasiums, des Ottheinrich-Gymnasiums sowie des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums mit den Wissenschaftlern des Romanischen Seminars der Universität Heidelberg nach Straßburg. Ziel dieser eintägigen Exkursion waren die Archives départementales du Bas-Rhin, in denen alle aus dem Département Bas-Rhin stammenden, offiziellen sowie zum Teil auch privaten schriftlichen Dokumente aufbewahrt, konserviert und für Besucher zugänglich gemacht werden.

Während die älteren Schüler und Schülerinnen den Vormittag in der Stadt verbrachten, besuchten die jüngeren Schüler und Schülerinnen die Archive. In kleineren Gruppen wurden sie von den Archivmitarbeitern Marie Collin und Jérémy Arbogast durch das Gebäude geführt und hatten so die Möglichkeit, in einer einstündigen und sehr informativen Führung einen kleinen Einblick in den Bestand der Archive sowie in den Prozess der Archivierung von Dokumenten zu erhalten.
In einem zweiten Teil bearbeiteten die Schüler und Schülerinnen dann eine Art Dossier pédagogique, das zuvor von den Wissenschaftlern des Romanischen Seminars mit Unterstützung durch die Lehrer und Lehrerinnen zusammengestellt wurde. Aus Ego-Dokumenten von Soldaten (Militärpässen, Briefen, Tagebüchern, …), die zum Teil in den Archiven aufbewahrt werden und die die Schüler und Schülerinnen zuvor in der Führung durch die Magazine sogar im Original in den Händen halten durften, filterten sie die Soldaten charakterisierende Informationen heraus, die sie im Anschluss ihren Mitschülern und Mitschülerinnen präsentierten.

Nach einer Mittagspause in der Mensa Le Stift in der Innenstadt Straßburgs genossen die jüngeren Schüler und Schülerinnen den Rest des Ausflugstags in der Stadt, während sich nun die älteren Schüler und Schülerinnen auf den Weg in die Archive machten. Auch sie bekamen in kleinen Führungen Einblicke in die Archive. Ihre Arbeit mit den vorbereiteten Dossiers pédagogiques bestand in der thematischen Bearbeitung von Ego-Dokumenten, die von Soldaten und ihren Familie stammten. Eine Schülergruppe sollte beispielsweise anhand der Bearbeitung von Briefen herausfinden, in welchen Situationen sich ein aus der Grenzregion stammender, für die deutsche Landwehr eingesetzter Soldat in Briefen an seine Frau der deutschen und wann der französischen Sprache bediente. Eine andere Gruppe wiederum bearbeitete die Aufzeichnungen eines französischen Soldaten, indem sie seine Eindrücke als Gefangener sowie seine sehr drastische Beschreibung eines Krankenhauses, in dem er behandelt werden sollte, näher untersuchten.

Nach dieser sowohl für die Schüler und Schülerinnen als auch für die Lehrkräfte und die Wissenschaftler der Universität sehr gelungenen Exkursion neigt sich die erste Projektphase nun dem Ende entgegen. Im Rahmen der französischen Woche 2016 werden einige Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeit während des Schuljahres 2015/2016 nochmals allen Interessierten in einer szenischen Lesung sowie in einer Poster-Ausstellung präsentieren. Der Abend findet am 19. Oktober 2016 um 19.15 Uhr in der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg statt. FB

Bildergalerie: Führung durch die Archives départementales

Bildergalerie: Arbeit mit Dokumenten 1

Bildergalerie: Arbeit mit Dokumenten 2

Bildergalerie: Präsentation der Ergebnisse

​Géraldine Elschner zu Besuch am Bunsen-Gymnasium

Am 18. Juli 2016 besuchte die Kinderbuchautorin Géraldine Elschner den bilingualen Geschichtsunterricht der Klasse 8a bei Lehrerin Sophia Gierok. Die in den 50er Jahren in Comines, einem kleinen französischen Dorf an der französisch-belgischen Grenze, aufgewachsene Autorin studierte Germanistik in Deutschland und lebt seit langer Zeit in Heidelberg. Ihre eigene Nationalität beschreibt sie als Tochter einer aus Belgien stammenden, französischen Mutter sowie eines deutschen Vaters als zu 50% französisch, zu 50% deutsch sowie zu 50% belgisch.

Eindrucksvoll erzählte Géraldine Elschner den Schülerinnen und Schülern von ihrem eigenen Leben sowie von ihrem schriftstellerischen Wirken. In vier ihrer zahlreichen, erschienen Kinderbücher thematisiert sie die Zeit des 1. Weltkriegs. Vor allem aber verarbeitet sie in den Büchern, die die Titel „Le Casque d’Opapi“, „Le ballon de la paix“, „Frères d’un soir“ und „Der alte Schuh“ tragen, ihre eigene Familiengeschichte. Das Leben ihrer Vorfahren nämlich war zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt vom 1. Weltkrieg, als ihre beiden Großväter im Krieg in der gleichen Region im Norden Frankreichs gegeneinander kämpften – ihr Großvater väterlicherseits als deutscher Soldat, ihr Großvater mütterlicherseits auf französischer Seite. Als Resultat nach den beiden Weltkriegen, in deren Verlauf die Familiengeschichte den beschriebenen, sehr schicksalhaften Verlauf nahm, sieht Géraldine Elschner sich selbst und beschreibt sich dementsprechend als „enfant de la paix“.

Weitere Informationen zu Géraldine Elschners Familiengeschichte sowie zu ihren Kinderbüchern finden sich auf ihrer Internseite. FB

Blitzlicht aus dem Schulunterricht 2

Start der Projektarbeit mit Ego-Dokumenten im bilingualen Geschichtsunterricht der Klasse 8a des Bunsen-Gymnasiums

Seit dem 27. Juni 2016 befassen sich die Schülerinnen und Schüler des bilingualen Geschichtsunterrichts der Klasse 8a bei Lehrerin Sophia Gierok im Rahmen einer Projektarbeit mit Ego-Dokumenten aus dem 1. Weltkrieg. In sechs Gruppen bearbeiten sie bis zum Ende des Schuljahres sechs verschiedene Themen mit den Titeln „La poste militaire et la censure“, „La vie dans les tranchées“, „Les armes de la Première Guerre mondiale“, „La guerre à l’arrière“, „Les grandes dates de la Première Guerre mondiale – la famille Grandemange pendant la guerre“, „Les soldats et les prisonniers de guerre“. Mithilfe der Informationen aus Kopien von Postkarten, Briefen und Auszügen aus Tagebüchern und anhand von ergänzendem Anschauungsmaterial wie Themenbüchern zum 1. Weltkrieg wird jede Schülergruppe ein Poster erstellen, das gemeinsam mit den anderen im Rahmen der Französischen Woche 2016 in einer Posterausstellung gezeigt werden wird.

Zum Auftakt der Projektphase am 27. Juni 2016 hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich vor allem mit den französisch- und deutsch-sprachigen Ego-Dokumenten zunächst einmal vertraut zu machen und die Dokumente zu transkribieren. Unterstützt wurden sie hierbei nicht nur durch ihre Lehrerin Sophia Gierok und Referendarin Werner, sondern zusätzlich durch Prof. Dr. Sybille Große, Lena Sowada und Franziska Baumeister vom Romanischen Seminar der Universität Heidelberg. Mit großem Elan gingen die Schülerinnen und Schüler ans Werk und hatten am Ende der ersten Stunde bereits einige kurze Texte transkribiert. Dabei lernten sie zugleich, welch mühsame, aber sehr spannende Aufgabe es für Wissenschaftler sein kann, Untersuchungen mit solchen Texten aus einer Zeit vor etwa 100 Jahren vorzunehmen. FB

Prof. Dr. Agnès Steuckardt am Bunsen-Gymnasium

Am 1. Juni 2016 empfing das Bunsen-Gymnasium Heidelberg die Professorin Agnès Steuckardt von der Université Paul-Valéry Montpellier. Gemeinsam mit der Forschungsgruppe „Praxiling“ arbeitet Prof. Dr. Agnès Steuckardt am sogenannten Projekt „Corpus 14“, dessen Ziel es ist, eine Sammlung (Korpus) von Ego-Dokumenten wenig gebildeter Soldaten aus dem 1. Weltkrieg zusammenzustellen und deren Schreibpraktiken zu analysieren. Während Prof. Dr. Sybille Große und die Doktorandin Lena Sowada an der Universität Heidelberg einen Korpus mit Dokumenten aus der deutsch-französischen Grenzregion erstellen (Egoling14-18), richtet die Forschungsgruppe „Praxling“ ihren Fokus auf Dokumente aus den südlichen Regionen Frankreichs und stellt somit ein Pendant zur Arbeit in Heidelberg dar.

Im Rahmen ihres Vortrags, zu dem die Schülerinnen und Schüler der am Projekt beteiligten Jahrgangsstufen 1 des Bunsen-Gymnasiums sowie des Ottheinrich-Gymnasiums aus Wiesloch mit ihren Lehrern eingeladen waren, stellte Frau Steuckardt dieses Projekt „Corpus 14“ vor. Näher präsentierte sie die erst 2016 erworbenen Dokumente des Soldaten Jules Ramier (die aus den Archives de l’Ardèche stammen), der selbst nicht schreiben konnte und deshalb beim Verfassen seiner Briefe während des Kriegs Unterstützung von Kameraden erhielt, die ein wenig mehr gebildet waren als er. Schließlich bekamen auch die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Transkription einer seiner Briefe in Augenschein zu nehmen. FB

Blitzlicht aus dem Schulunterricht 1

Arbeit mit Ego-Dokumenten im J1-Geschichtskurs des Bunsen-Gymnasiums

Derzeit arbeiten die Schülerinnen und Schüler des Geschichtskurses der Jahrgangsstufe 1 des Bunsen-Gymnasiums mit ihrem Lehrer Herrn Dr. Schwitzer und der Referendarin Frau Dr. Werner mit Ego-Dokumenten aus dem 1. Weltkrieg. 

In einer ersten Unterrichtsstunde am 3. Juni 2016 dieser Einheit sollte den Schülerinnen und Schülern die unterschiedliche Darstellung der Situation der Soldaten während des Krieges deutlich gemacht werden. Dazu las Herr Schwitzer einen kurzen Textauszug aus dem Roman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque vor, der sehr eindrücklich die Schrecken des Krieges schildert. In einer zweiten Phase bekamen die Schülerinnen und Schüler dann die Möglichkeit, in Kleingruppen an zwei von deutschen Soldaten verfassten Postkarten zu arbeiten, die an ihre Familien gerichtet waren. Dabei bestand die erste große, für die Schülerinnen und Schüler aber sehr spannende Herausforderung darin, die Karten, die zum Teil in Sütterlinschrift verfasst waren, zu transkribieren.  In einem weiteren Teil der Unterrichtsstunde sollten die Schülerinnen und Schüler feststellen, dass in den Briefen und Postkarten gerade überwiegend n i c h t die Rede ist von Szenarien des Krieges, die der Beschreibung Remarques entsprechen, und welche Gründe hierfür zu nennen sind. FB

Einführung in die Archivrecherche

Vortrag von Lena Sowada am 17.09.2015 in der 9. Klasse des Ottheinrich-Gymnasiums 

Der Erste Weltkrieg bewirkt tiefgreifende politische, ökonomische und soziale Veränderungen im Europa des 20. Jahrhunderts. Innerhalb kürzester Zeit werden Tausende von Soldaten mobilisiert und an die Front geschickt. Zurück bleiben ihre Frauen, ihre Kinder, ihre Familien und Freunde. Schreiben ist das einzige Mittel, um den Kontakt zu dem zurückgelassenen Leben aufrechtzuerhalten und zu denjenigen, mit denen man vor dem 01. August 1914 dieses Leben teilte. Im Projekt untersuchen Schüler und Schülerinnen französische und deutsche Feldpost einfacher Soldaten sowie die Antworten ihrer Angehörigen: Wie schrieben Soldaten im Ersten Weltkrieg wirklich? Wovon erzählen Postkarten, Briefe und Tagebücher? Diese authentischen Schriftzeugnisse bilden die Grundlage für die Arbeit im Projekt, doch dieser Arbeit geht eine mitunter mühselige Recherche in Archiven voraus. Wie sich eine solche Archivrecherche gestaltet und welcher Schritte es dabei bedarf, stellte die am Projekt beteiligte Doktorandin, Lena Sowada, am 17.09.2016 in Julia Kokotts Geschichtsunterricht der 9. Klasse am Ottheinrich-Gymnasium in Wiesloch vor. Der Vortrag mit dem Titel „Texte weniger erfahrener Schreiber aus dem 1. Weltkrieg. Recherche und Methoden“ stellte nicht nur die Dokumente und die jeweiligen Schreiber selbst vor, sondern auch ihren Aufbewahrungsort Archiv. Neben der Beschreibung der Schwierigkeiten der Transkription wie beispielsweise durch Zensur geschwärzte Abschnitte führte der Vortrag auch in die wissenschaftliche Aufbereitung der Dokumente nach erfolgreicher Archivrecherche ein. LS

Das „Ende der Geschichte“

8. und letztes Denkwerk-Symposium der Robert Bosch Stiftung 04./05.03.2016 in Stuttgart

Am Freitagmorgen, den 04.03.2016, machten wir uns auf den Weg nach Stuttgart, um dort an dem 8. und letzten Denkwerk-Symposium teilzunehmen und unser Denkwerk-Projekt „Sprachliche Heterogenität (Französisch): Ego-Dokumente im Ersten Weltkrieg“ zu vertreten. Pünktlich kam unsere Gruppe, bestehend aus 3 Schülerinnen, unserer begleitenden Lehrerin Frau Keßler und Lena Sowada, einer Doktorandin des Romanischen Seminars in Heidelberg, am beeindruckenden Gelände der Robert-Bosch-Stiftung an, wo zuerst ein Mittagsimbiss angeboten wurde. Kurz darauf begann die Veranstaltung mit einer Begrüßung durch den Geschäftsführer der Robert-Bosch-Stiftung Herrn Professor Doktor Joachim Rogall, der zum Ende des Denkwerks-Projektes nach 10-jähriger Laufzeit Bilanz zog. Darauf folgten Vorträge von Vertretern/Vertreterinnen der Universitäten und der Schulen, in denen verschiedene Projekte vorgestellt wurden, sodass man einen guten Überblick über die Vielfalt und Diversität der verschiedenen, geförderten Projekte erhalten konnte. In den Pausen zwischen den Vorträgen hatte man die Möglichkeit, sich verschiedene Poster unterschiedlicher Projekte anzuschauen und dann schließlich für seinen Favoriten abzustimmen. Am späten Nachmittag leitete uns das Rahmenprogramm mit einer exklusiven Führung durch das Landesmuseum Württemberg. Ein anschließendes Abendessen im Brauhaus Schönbruch, bei dem ein reger Austausch mit den anderen Denkwerkern herrschte, rundete den Abend ab.

Nach einer Übernachtung im Europe Congress Hotel begann der nächste Morgen mit einer „Fishbowl-Diskussion“: Jeder war dazu aufgefordert zu überlegen, was von „Denkwerk“ bleiben kann, wenn die finanzielle Unterstützung der Robert Bosch Stiftung wegfällt. Die in der Diskussion angeregten Ideen sollten dann in verschieden Workshops weiter ausgearbeitet werden und gegen Mittag im Plenum präsentiert werden. Des Weiteren wurde auch noch der Preis für das beste Poster verliehen. Nach dem anschließenden Abschiedsimbiss machten wir uns mit vielen neuen Ideen zur Umsetzung unseres eigenen Projektes wieder auf den Weg zurück nach Heidelberg. 

Der Bericht wurde von Pauline Bendel, Julienne Götz und Annalena Rotsch, drei Schülerinnen des OHG Wiesloch, verfasst und erschien am 7. April in der Wieslocher Woche. 

Auszug aus der Wieslocher Woche

Startschuss des Denkwerk-Projekts

Den offiziellen Auftakt des Denkwerk-Projekts bildeten die beiden Kick-Off-Veranstaltungen am 16. und 30. November 2015, zu denen zum ersten Mal alle beteiligten Wissenschaftler, Lehrkräfte und Schüler in den Räumlichkeiten der Universität Heidelberg zusammenkamen.

Unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Sybille Große und der beiden Doktoranden Dominik Hetjens und Lena Sowada wurde den insgesamt über 100 Schülern des Ottheinrich-Gymnasiums in Wiesloch, des Bunsen-Gymnasiums in Heidelberg sowie des Leonardo Da Vinci Gymnasiums in Neckargmünd und ihren Lehrern Sophia Gierok, Myriam Berger, Dr. Bettina Kretz, Pia Keßler, Julia Kokot, Isabelle Bauer, Isabelle Pradier-Staab und Herrn Dr. Boris Schwitzer zunächst der allgemeine Rahmen des Projekts vorgestellt. Alle Beteiligten erhielten so einen ersten Eindruck von den Briefen, Feldpostkarten und Tagebucheinträgen, die während des 1. Weltkriegs von Soldaten und ihren Familien aus weniger privilegierten sozialen Schichten in Frankreich und Deutschland verfasst wurden und den Gegenstand des Projekts bilden.

Nach einer kurzen Mittagspause in der Mensa durften die Schüler dann in Kleingruppen selbst eine Auswahl an Manuskripten untersuchen: Begeistert transliterierten sie zunächst die Dokumente, übersetzten die französischen Texte ins Deutsche und machten sich Gedanken zu sprachlichen und inhaltlichen Besonderheiten. Die anschließende Präsentation der Ergebnisse der einzelnen Gruppen vor ihren Mitschülern zeigte deutlich, wie fasziniert die Schüler von der Arbeit mit „echten“ Dokumenten sind.

Nach dieser gelungenen Auftaktveranstaltung an der Universität Heidelberg wird das Projekt nun in unterschiedlicher Weise an den Schulen im Französisch- und Geschichtsunterricht oder im Rahmen einer AG fortgeführt. FB